BILDUNG

SALZ macht Schlau

Schauen wir auf Salzburg: Es gibt eine immer größer werdende Anzahl von Kindern und Jugendlichen, die keinen Pflichtschulabschluss schaffen. Leider. Ohne Pflichtschulabschluss ist der Salzburger Jugendliche genauso chancenlos wie der unbegleitete, minderjährige Flüchtling.

Beide können nicht einmal eine Lehre beginnen. Ein Thema für SALZ. Wir haben hier in den letzten vier Jahren wirklich eine große Anstrengung unternommen, um für diese jungen Menschen eine Förderbildung möglich zu machen, um so das Problem für die Zukunft in den Griff zu bekommen. Als erstes haben wir über unseren Tellerrand hinausgeschaut und uns gefragt: Gibt es in den EU-Ländern bereits erfolgreiche Konzepte, die wir übertragen können? Machen wir es kurz: Das interessanteste Modell fanden wir direkt vor unserer Tür in München: die ‚Schlau-Schule‘. Die ‚Schlau-Schule München‘ist eine Förderschule, die schon 17 Jahre Erfahrung mitbringt. Davon konnten wir nur profitieren und starteten einen Wissenstransfer. Die ‚Schlau-Schule‘glänzt mit einer Erfolgsquote zwischen 98 und 100 Prozent vermittelter Abgänger. Vermittelt heißt: Selbstständig existieren zu können. Nicht angewiesen zu sein auf Sozialhilfe, Mindestsicherung oder ähnliches. Daher unser Ansatz: Versuchen wir das Modell nach Salzburg zu bringen.

Ein erster Pilotversuch

Zunächst mussten wir uns selbst schlau machen. Wir sprachen mit dem Innenministerium, Außenministerium und Bildungsministerium. Wirklich zuständig für diese Idee fühlte sich niemand. Jeder sagte, das ist eine Querschnittsmaterie. Querschnittsmaterie? Das klang für uns wie die Lizenz zum untätig sein. Das war nicht SALZ. Wir wollten etwas tun. Und tun kann nicht nur bedeuten, zu fordern und schon gar nicht nichts zu tun. Und, ja, wir haben es geschafft: Ein erster Pilotversuch, das Jobfit College startete im Dezember 2018. Es ist eine Referenz für SALZ-Politik und dafür, wie wir mit Beispielen zeigen wollen, wie etwas geht. Entwicklung und Veränderung sind möglich! Das Land genehmigte knapp 150.000 Euro für den ersten Kurs. SALZ hat über Spenden weitere 50.000 gesammelt. Wir haben dem Landeshauptmann dazu eine Rechnung aufgemacht: Im Land Salzburg gab es 64 Schüler, die die Pflichtschule nicht geschafft hatten. Was ist, wenn die in die Mindestsicherung fallen? Mindestsicherung war damals noch knapp über 1.000 Euro pro Kopf. Nach zehn Jahren hätten 64 Schulabbrecher 28 Mio. Kosten versursacht, wenn man jeden Monat die 64 versorgen muss und jedes Jahr weitere 64 dazu kommen. Aus SALZ-Sicht muss mit Bildung gegensteuern werden.

Jobfit College Salzburg

Unser Projektpartner, bfi Salzburg BildungsGmbH, hatte 112 junge Bewerber. 24 Schüler konnten für den zweijährigen Pilotversuch aufgenommen werden, die nun in einem modularen System auf den Pflichtschulabschluss vorbereitet und in Lehr-Betriebe gebracht werden sollen, die förmlich nach Auszubildenden schreien. Konkret geplant ist, im nächstjährigen Anschlusskurs beide Zielgruppen, auch die jungen Salzburger Schulabbrecher, zu fördern. Aber dazu werden wir natürlich mehr finanzielle Mittel benötigen, weil das natürlich eine viel größere Herausforderung wird. Wenn wir das nicht erreicht hätten? Was wäre passiert? Vor allem die Asyl-Jugendlichen würden anfällig für einen schlechten Einfluss. Und dann hätten wir, was wir alle nicht wollen: Das Problem der Kriminalität würde sich noch verschärfen. Und diese Sorge wollen wir den Salzburger Bürgern nehmen, indem wir Ideen positiv beeinflussen, Strukturen nachhaltig verändern und Menschen durch unser Handeln bewegen.

Alle Fraktionen in der Stadt Salzburg sind aufgerufen, mit allen Mitteln zu fördern.