Verkehr

Salz macht Luft

Wir haben in Salzburg ein erhebliches Verkehrsproblem. Wir haben aber auch die Stadtberge. Um das Verkehrsproblem zu lösen, müssen wir Mönchs- und Kapuzinerberg für den Ausbau der Parkflächen heranziehen. Und um die Finanzierung zu stemmen, müssen wir die Standgebühren für Reisebusse erhöhen. Wir haben jedes Jahr 50.000 Reisebusse, die nach Salzburg kommen. Jeder Bus wird mit 24 Euro berechnet. Wenn jeder Bus 250 Euro bezahlen würde, kämen 10 Mio. Euro im Jahr zusammen. Mit zehn Millionen können wir eine Busgarage in weniger als zehn Jahren voll finanzieren. Und das, ohne das Stadtbudget zu belasten. Danach würde die Garage Gewinn abwerfen! Gleichzeitig drehen wir mit dieser Maßnahme an der Qualitätsschraube. Und damit sind wir beimÜbertourismus, also einem Tourismus über das gesunde Maß hinaus. In Salzburg wird der ‚Overtourism‘ von der Bevölkerung der Stadt als Störfaktor empfunden. SALZ sagt: Zu Recht. Was haben wir von den Tagestouristen? Der Bustourist bleibt wenige Stunden, fotografiert, lässt den Abfall zurück und ist wieder weg. Wertschöpfung gleich null. Hier muss SALZ ran! Bewahren wir für die Welt und die Salzburger die Kultur unserer schönen Heimatstadt. Tourismusmassen können kein Erfolgsparameter sein. Die Aufgabe muss anderer lauten: Wie schaffen wir es, dass Salzburg nicht die Luft ausgeht? Wie schaffen wir eine höhere Wertschöpfung und mehr Qualität?

Ausbauflächen in Mönchs- und Kapuzienerberg

Natürlich bewirkt der Begriff ‚Ausbau‘ bei denselben Bürgern ein generelles Unwohlsein. Wir sind aber überzeugt, dass eine Ausbaufläche im Mönchsberg nicht nur über eine ‚Einfahrt Neutorstraße‘ angefahren werden kann; über eine Straße also, die sowieso schon überlastet ist. Eine Einfahrt könnte auch im Nonntal sein. Diese und andere Möglichkeiten müssten geprüft werden. So würde sich das Verkehrsaufkommen, das zurzeit an nur einem Punkt herrscht, verteilen, die Situation entspannen. Neben dem Mönchsberg müssen wir unbedingt den Kapuzinerberg nutzen. Beim Kapuzinerberg hätten wir die phantastische Möglichkeit von der Vogelweiderstraße direkt in den Berg zu fahren. Mit Autos und mit Reisebussen. Aber auch von der Linzergasse und Grazer Bundesstraße kommend könnten alle Fahrzeuge auf direktem Wege einfahren. Wir könnten damit zum Beispiel die Fürbergstraße deutlich beruhigen. Ja, es ließe sich machen. Man muss nur Geld in die Hand nehmen. Dazu haben wir einen Vorschlag, zu dem wir gleich noch kommen werden. Aber weiter: In Kombination mit der Ausbau-Maßnahme der Stadtberge müssen wir auf einigen Durchzugsstraßen versuchen, den Transitverkehr einzuschränken. Zum Beispiel an den Kais, wo etwa 80 Prozent Durchgangsverkehr die Stadt passiert. Und zwar auf dem Weg nach Bergheim oder auch nach Süden Richtung Elsbethen oder Hallein. Täglich viele Tausende Autos, die gar nicht in die Innenstadt wollen, sondern durchfahren.

Neues Buskonzept Stadt-Land

Darüber hinaus müssen wir auch den öffentlichen Nahverkehr miteinbeziehen. Das Ganze funktioniert nur dann, wenn wir leistungsfähige, öffentliche Verkehrsmittel haben. Den Streit um deren Leistungsfähigkeit kann jeder in den Medien verfolgen. Dahinter steckt auch ein jahrelanges Versäumnis der konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land sowie des weiteren Eigentümers der Salzburg AG. Das kann man heute leicht am Zustand der Fahrzeuge erkennen. Aber auch an der schlechten Logistik. Was uns als SALZ überhaupt nicht eingeht, ist, dass die Zusammenarbeit zwischen den Regionalbussen und den Stadtbussennicht optimal funktionieren will. Warum ist das so? Warum? Weil man bisher Konzessionsfragen in den Vordergrund stellt. Heißt in der Praxis: Die‚Salzburg AG‘ sagt: Auf unseren Haltestellen darf der Regionalbus nicht halten. An der Haltestelle ‚Äußerer Stein‘, auf der Imbergstraße, einem Stück mit lauter Bushaltestellen, sieht man täglich Regionalbusse, die durchfahren, aber keine Fahrgäste aufnehmen dürfen. Diese Busse fahren ebenfalls bis zum Bahnhof. Man könnte also in alle einsteigen! Keine Frage: Das Bussystem könnte besser aufeinander abgestimmt werden! Macht aber derzeit niemand. Aus SALZ-Sicht müssten die Verkehrsbetriebe aus der ‚Salzburger AG‘ ausgelöst werden und in einer neuen Planungs- und Betriebsgesellschaft aufgestellt werden. Warum? Wenn dort ein Kopf die Planung und Optimierung der Logistik macht, kann das laufen. Wenn aber vier Köpfe sagen: Jeder macht seine eigene Logistik, ist das viermal so kompliziert. Daher ist eine neue Gesellschaft für den öffentlichen Verkehr eines unserer großen Anliegen.

Mehr Qualität statt OVertourism

Kommen wir zum nächsten Feld, das wir beackern wollen. Das Wort ‚Overtourism‘ bedeutet so viel wie Übertourismus, also Tourismus über das gesunde Maß hinaus. Dieser Übertourismus führt in attraktiven Städten zu Konflikten zwischen Bürgern und Besuchern. In Salzburg ist der ‚Overtourism‘ einer der Störfaktoren für die Bevölkerung der Stadt.Früher konnten die Altstadtbewohner ihre Einkäufe für den täglichen Bedarf in der Innenstadt fußläufig erledigen. In der Zwischenzeit sind dort Boutiquen und Souvenirgeschäfte. Allein in der Getreidegasse und Judengasse zählen wir siebzehn Souvenirgeschäfte. Man muss sich fragen, was es dem Salzburger bringt, an siebzehn Souvenirgeschäften vorbei zu gehen. Null. Man muss sich auch fragen, was es dem Touristen bringt, nach Salzburg zu kommen, wenn er nicht mehr das vorfindet, was er sucht, nämlich eine intakte Struktur und eine authentische Atmosphäre. SALZ sagt: Das müssen wir steuern.

Erhöhung der Standgebühren für Reisebusse

Eine der Steuerungsmöglichkeiten, die wir sehen – auf die wir bis jetzt als einzige Fraktion wirklich massiv drängen, ist die Erhöhung der Standgebühren für Reisebusse. Wir haben jedes Jahr 50.000 Reisebusse, die nach Salzburg kommen. Diese 50.000 Reisebusse werden derzeit zwar mit einer neuen App geleitet, sodass sie zwischen den Parkplätzen Nonntal und der Paris-Lodron-Straße verteilt werden. Wobei die Paris-Lodron-Straße kein geeigneter Ort ist, um beispielsweise 30.000 Busse abzuwickeln. Es ist eine Notlösung. Jetzt wird diese Notlösung für jeden Bus mit 24 Euro berechnet. 24 Euro ist viel zu wenig. In Italien nimmt man 250 Euro und es funktioniert. Bei einem Bus mit fünfzig Personen müsste jeder 5 Euro mehr bezahlen. Absolut leistbar. Und hier schließt sich wieder der Kreis zu unseren Hausbergen. Wir müssen versuchen, die Busse im Kapuzinerberg unterzubringen. Denn auf öffentlichen Straßen ist keine höhere Gebühr möglich. Bauen wir eine Garage, bringen wir die Reisebusse dort hinein. Wir können das finanzieren. Warum können wir das finanzieren? Unsere Rechnung sieht so aus: Selbst, wenn im Jahr keine 50.000 Busse, sondern 10.000 weniger zu uns kommen würden und jeder dieser 40.000 Busse bezahlt 250 Euro, dann sind das 10 Mio. Euro im Jahr. Mit zehn Millionen können wir eine Busgarage in weniger als zehn Jahren voll finanzieren. Und das, ohne das Stadtbudget zu belasten. Danach würde die Garage Gewinn abwerfen! Gleichzeitig drehen wir mit dieser Maßnahme an der Qualitätsschraube. Was zwingend notwendig ist und machbar. Wir haben in der Stadt eine Hotelauslastung von 80 Prozent. Man kann also von Vollauslastung sprechen. Was aber haben wir von den Tagestouristen? Wie sieht hier die Wertschöpfung aus? Haben wir hier überhaupt Wertschöpfung? Der Bustourist verweilt im Durchschnitt nur wenige Stunden in der Stadt, hat im schlimmsten Fall sein Lunch-Paket mit, geht seine Trampelpfade, fotografiert, lässt den Abfall zurück und ist wieder weg. Wertschöpfung gleich null. Setzen wir also die Standgebühren für Busse deutlich nach oben! Wenn jemand aus China hierher fliegt, um Hallstadt und Salzburg zu sehen, dann können diese fünf Euro plus für denjenigen keine Belastung sein. Es kann bei einer Vollauslastung der Stadt auch kein Problem sein, auf eine Anzahl dieser Tagestouristen zu verzichten.

Die Masse an Touristen kann kein Erfolgsparameter sein

Es kann nicht um Kopfzahlen gehen, nicht um eine hohe Zahl von Bussen und auch nicht um möglichst viele Landungen am Flughafen. Der Punkt muss ein anderer sein: Wie schaffen wir es, dass Salzburg nicht die Luft ausgeht? Wie schaffen wir eine höhere Wertschöpfung? Darauf kommt es SALZ an. Auch an dieser Stelle werden wir nicht müde werden, Ideen positiv zu beeinflussen, Strukturen nachhaltig zu verändern und Menschen durch unser Handeln zu bewegen.